Johannes Kepler Symposium für Mathematik

Im Rahmen des Johannes-Kepler-Symposiums für Mathematik wird ao.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Manfred Borovcnik, Institut für Statistik, Alpen-Adria Universität Klagenfurt, am Wed, May 22, 2019 um 17:15 Uhr im HS 12 einen öffentlichen Vortrag (mit anschließender Diskussion) zum Thema "Risikokompetenz in Gesundheitsfragen – Medizin und Statistik – Beispiele aus der Praxis" halten, zu dem die Veranstalter des Symposiums,

O.Univ.-Prof. Dr. Ulrich Langer,
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Larcher
A.Univ.-Prof. Dr. Jürgen Maaß, und
die ÖMG (Österreichische Mathematische Gesellschaft)

hiermit herzlich einladen.

Series A - General Colloquium:

The intention is to present general information not only to experts, but also to students and guests from outside the mathematical institutes.

Risikokompetenz in Gesundheitsfragen – Medizin und Statistik – Beispiele aus der Praxis

An vielen Stellen – in Diagnose und Behandlung – stützt sich die Medizin auf Statistiken: Abweichungen von der Norm, dem Durchschnittswert für viele Menschen, können auf mögliche Probleme hinweisen oder Startpunkt für Therapien sein. Immer treten auch Fehler ein. Fehler in der Einschätzung der Situation, aber auch nachteilige Auswirkungen von getroffenen Entscheidungen. Im Hintergrund spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Entscheidungen werden von Wahrscheinlichkeiten, insbesondere im Gewand von Risiken beeinflusst. Bei Risiken spielen Wahrscheinlichkeiten und die Art und Größe von kurz- und längerfristigen Folgen zusammen, sodass sich die Einschätzung, was denn besser ist, sehr schwierig gestaltet, selbst für Fachleute, ganz zu schweigen von der Ärzteschaft oder gar der Bevölkerung.
Allein die Rolle, die man in einer Entscheidung einnimmt, beeinflusst nicht nur die Wahrnehmung der Risiken sondern auch die Beurteilung von deren Größe und Relevanz. Die Logik von Entscheidungen ist auch dadurch beeinflusst, ob man eine Entscheidung einmal (wie das üblicherweise Patienten tun) oder sehr oft trifft (wie das etwa auf das Gesundheitssystem als Ganzes zutrifft). Dazu kommt noch, dass wir es nicht nur mit direkten Risiken zu tun haben, sondern Risiken präventiv vermeiden wollen. Darunter fällt auch die Gesundheits“vorsorge“ im Sinne der Früherkennung gewisser Krankheiten wie Krebs durch die Propagierung von Screening-Systemen. Der Referent erläutert die Komplexität von Entscheidungen in der Medizin und greift dabei auch auf Beispiele aus seiner Praxis als Mitglied der Ethikkommission des Landes Kärnten zurück.

Vortragstext