Johannes Kepler Symposium für Mathematik

Im Rahmen des Johannes-Kepler-Symposiums für Mathematik wird em.Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c.mult. Roland Zdeněk Bulirsch, Bayerische Akademie der Wissenschaften, am Wed, Oct. 12, 2005 um 17:00 Uhr im HS 9 einen öffentlichen Vortrag (mit anschließender Diskussion) zum Thema "Keplers Spuren in unseren Tagen" halten, zu dem die Veranstalter des Symposiums,

O.Univ.-Prof. Dr. Ulrich Langer,
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Larcher
A.Univ.-Prof. Dr. Jürgen Maaß, und
die ÖMG (Österreichische Mathematische Gesellschaft)

hiermit herzlich einladen.

Series A - General Colloquium:

The intention is to present general information not only to experts, but also to students and guests from outside the mathematical institutes.

Keplers Spuren in unseren Tagen

In seinem Roman "Mondtraum", geschrieben um 1610, nimmt Kepler den Flug zum Mond vorweg, beschreibt genau die Einwirkungen auf die Mondfahrer. 340 Jahre bevor die Reise zum Mond Wirklichkeit wird.

Das neue europäische Satellitennavigationssystem wird den Namen "Galileo" tragen. Eine Fehlentscheidung. Galileo hat sich für Fragen der Erdmessung überhaupt nicht interessiert. Aber Kepler! Um 1607 teilt er dem bayerischen Kanzler Herwart von Hohenburg mit, wie man die Gestalt der Erde ermitteln könnte. 150 Jahre später gelingt das einer französischen Expedition.

Aus Tycho Brahes gesammelten Daten über die Marsbahn leitet Kepler unter unendlichen Mühen die Gesetze der Planetenbewegung ab; aus dem dritten Gesetz gewinnt Newton das Gesetz der Gravitation.

Einstein: Wieviel Erfindungskraft und unermüdlich harte Arbeit nötig waren, um diese Gesetze herauszufinden und mit großer Präzision sicher zu stellen, vermögen wir heute kaum noch zu würdigen.

Mit Kepler beginnt die moderne Astronomie!

Kepler: Unendlicher Geist in einem kleinen Körper.

Aber Neid und Mißgunst haben Kepler über die Jahrhunderte verfolgt. Bis heute. Eine neue Hypothese macht gegenwärtig die Runde. Kepler, der Mörder Tycho Brahes. Die "Mordstory" nach einem Schema konstruiert, das man aus einigen Büchern (von 1920) der Mathilde von Kemnitz kennt: Melanchthon, der Mörder Luthers, etc. etc. bis zum Mord an Schiller, von dem Goethe Kenntnis gehabt haben soll.