Johannes Kepler Symposium für Mathematik

Im Rahmen des Johannes-Kepler-Symposiums für Mathematik wird Dr. Wolfgang L. Reiter am Wed, Jan. 24, 2007 um 17:00 Uhr im HS 9 einen öffentlichen Vortrag (mit anschließender Diskussion) zum Thema "Der kulturelle Exodus 1938: Vertreibung und Emigration von NaturwissenschaftlerInnen aus Österreich" halten, zu dem die Veranstalter des Symposiums,

O.Univ.-Prof. Dr. Ulrich Langer,
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Larcher
A.Univ.-Prof. Dr. Jürgen Maaß, und
die ÖMG (Österreichische Mathematische Gesellschaft)

hiermit herzlich einladen.

Series A - General Colloquium:

The intention is to present general information not only to experts, but also to students and guests from outside the mathematical institutes.

Der kulturelle Exodus 1938: Vertreibung und Emigration von NaturwissenschaftlerInnen aus Österreich

Unmittelbar nach der Auslöschung der Selbständigkeit Österreich im März 1938 setzten die Verfolgungsmaßnahmen der Nationalsozialisten ein, die das kulturelle und wissenschaftliche Leben des Landes tiefgreifend veränderten. Viel zu wenig bekannt sind die Opfer der rassistischen Politik der Nazis im Bereich der Naturwissenschaften.

Drei Nobelpreisträger, die 1938 in Österreich wirkten, Viktor F. Hess (Physik), Otto Löwi (Medizin) und Erwin Schrödinger (Physik) verloren ihre Positionen und waren zur Emigration gezwungen. Doch der Verlust an wissenschaftlicher Intelligenz war viel breiter und tiefgreifender: An den Universitäten wurden 1938 bis zu 50% des Personals entlassen, Forschungsrichtungen und wissenschaftliche Institutionen zerstört.

Anhand von biographischen Beispielen und der Darstellung der einschneidenden Veränderungen im wissenschaftlichen Leben an einzelnen naturwissenschaftlichen Instituten soll ein Bild des kulturellen Exodus aus Österreich gezeichnet werden, dessen Auswirkungen bis heute spürbar geblieben sind. Abschließend wird auf die Zeit nach 1945 (Entnazifizierung, Remigration) eingegangen werden.