Johannes Kepler Symposium für Mathematik

Im Rahmen des Johannes-Kepler-Symposiums für Mathematik wird Dr.in Renate Tobies, Friedrich-Schiller-University of Jena (Germany), am Wed, Oct. 16, 2019 um 17:15 Uhr im HS 12 einen öffentlichen Vortrag (mit anschließender Diskussion) zum Thema "Felix Kleins Internationalität: Basis für sein „allseitiges“ Programm für Mathematik, Anwendungen und Unterricht" halten, zu dem die Veranstalter des Symposiums,

O.Univ.-Prof. Dr. Ulrich Langer,
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Larcher
A.Univ.-Prof. Dr. Jürgen Maaß, und
die ÖMG (Österreichische Mathematische Gesellschaft)

hiermit herzlich einladen.

Series A - General Colloquium:

The intention is to present general information not only to experts, but also to students and guests from outside the mathematical institutes.

Felix Kleins Internationalität: Basis für sein „allseitiges“ Programm für Mathematik, Anwendungen und Unterricht

Basierend auf dem aktuellen Buch Felix Klein: Visionen für Mathematik, Anwendungen und Unterricht (SpringerSpektrum, 2019) wird ins Zentrum gerückt, wie wichtig für Klein internationale Kooperation war – im Vergleich zu anderen einseitig orientierten Mathematikern seiner Zeit. Ein immenser Arbeitsethos und Talent hatten Klein schon 23-jährig auf eine ordentliche Professur an der Universität Erlangen geführt und schließlich nach München, Leipzig und Göttingen, wo er ein internationales mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Zentrum schuf. Bereits sein „Erlanger Programm“ für die Geometrie wurde mit der ordnenden Kraft des Periodensystem der chemischen Elemente verglichen. Er formulierte weitere Programme und fand kreative Mitarbeiter/innen aus dem In- und Ausland.
Orientiert an britischen, französischen, russischen u.a. Arbeiten, erkannte Klein früh die Bedeutung anwendungsbezogener Arbeiten (Numerik, Wahrscheinlichkeitsrechnung, etc.). Um dies fördern zu können, kreierte er eine neue Art der Forschungsfinanzierung für neue Professuren und Institute und reformierte zugleich die (Lehramts-)Prüfungsordnungen und den Mathematikunterricht vom Kindergarten bis zur Universität.
Kleins Art und Weise, neue internationale Trends zu erkennen und geeignete Maßnahmen in Kooperation mit interessierten Partnern und Entscheidungsträgern umzusetzen, kann beispielgebend auch für aktuelles Herangehen sein.

Renate A. Tobies, historian of mathematics and sciences at the Friedrich-Schiller-University of Jena (Germany), after studying mathematics, chemistry, physics, and pedagogy, completed her doctoral degree and Habilitation at the University of Leipzig working at the Karl Sudhoff Institute with Hans Wußing. She was managing editor of the International Journal of History of Natural Sciences, Technology and Medicine (Birkhäuser, Basel) for twenty years. After Wußing’s retirement, she became Visiting Professor at the University of Kaiserslautern, and held a chair of history of science and technology at the University of Stuttgart, and further visiting professorships at the universities in Braunschweig, Jena, Saarbrücken in Germany, and Linz (Austria). She is Effective Member of the Académie Internationale d’Histoire des Sciences (Paris) and Foreign Member of the Agder Academy of Sciences and Letters (Kristiansand, Norway). Her main research fields are the history of mathematics and its applications, and women in mathematics, sciences, and technology.
She is the author of more than hundred publications in the history of mathematics and related fields. Her recent book is Felix Klein: Visionen für Mathematik, Anwendungen und Unterricht. (Heidelberg: SpringerSpektrum, 2019, 574pp, 39 Fig., 10 Tab.).

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