Johannes Kepler Symposium für Mathematik

Im Rahmen des Johannes-Kepler-Symposiums für Mathematik wird Prof. Dr. Rudolf Wille am Wed, May 5, 1999 um 17:00 Uhr im HS 10 einen öffentlichen Vortrag (mit anschließender Diskussion) zum Thema "Kontextuelle Logik: Ein Ansatz zur Restrukturierung der Mathematischen Logik" halten, zu dem die Veranstalter des Symposiums,

O.Univ.-Prof. Dr. Ulrich Langer,
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Larcher
A.Univ.-Prof. Dr. Jürgen Maaß, und
die ÖMG (Österreichische Mathematische Gesellschaft)

hiermit herzlich einladen.

Series A - General Colloquium:

The intention is to present general information not only to experts, but also to students and guests from outside the mathematical institutes.

Kontextuelle Logik: Ein Ansatz zur Restrukturierung der Mathematischen Logik

Die traditionelle Logik als Lehre von den Formen des Denkens und Argumentierens hat Gottlob Frege, um sein Anliegen einer zweifelsfreien Grundlegung der Mathematik angehen zu können, zu einer mechanistisch konzipierten Logik verengt, die insbesondere die Wahrheit von Aussagen durch einen streng regelgeleiteten Kalkül garantieren sollte. Die Fregesche Zwecksetzung der Mathematischen Logik wird heute als zu eng angesehen, weshalb es vielfältige Bemühungen gibt, die Mathematische Logik im Sinne des traditionellen Logikverständnisses zu erweitern.

Der Darmstädter Restrukturierungsansatz zielt auf eine Mathematisierung der philosophischen Begriffs-, Urteils- und Schlußlogik, mit der menschliches Denken, Argumentieren und Kommunizieren wirkungsvoll unterstützt werden kann. An unterschiedlichen Anwendungsbeispielen kann aufgezeigt werden, wie derartige Unterstützungen zur Lösung realer Probleme (etwa bei der Planung eines Films, bei der Erstellung eines Beratungsprogramms, bei der Untersuchung von Diabetiskranken, bei der Analyse von Texten, bei der Entwicklung eines Informationssystems u.v.m.) helfen können.